Aktivitäten, Angebote und Interessengebiete von Dr. med. Dorothea Boehm

zur Person

Triple P in Bielefeld PU - Positiver Unterricht Ein Kind ins Leben tragen Cultus - Professionscoaching

 

Aktuell:

Auswirkungen frühkindlicher Gruppenbetreuung auf die Entwicklung und Gesundheit von Kindern.

Sozialpädiatrie Aktuell 82 (2011) Nr. 5, Autor Dr. med. Rainer Böhm

 

 

Zum Umgang der Medien mit den Themen Familienpolitik, frühkindliche Gruppenbetreuung und Kinderentwicklung

Offene Mail: -------- Original-Nachricht --------

Betreff:

Kommentar zu "Gesamtwirtschaftliche Effekte einer Ganztagsbetreuung von Kindern von Alleinerziehenden" IWF März 2012

Datum:

Sat, 31 Mar 2012 17:43:07 +0200

Von:

"Dr. Dorothea Böhm" <d.boehm@familie-ist-zukunft.de>

An:

anger@iwkoeln.de, pluennecke@iwkoeln.de, fischer@iwkoeln.de, geis@iwkoeln.de

Kopie (CC):

vorstand@familie-ist-zukunft.de, "Birgit Kelle - Frau 2000plus e.V." <birgit.kelle@frau2000plus.net>

Dr. med. Dorothea Böhm - Am Alten Dreisch 32b - 33605 Bielefeld - Tel: 0521 9201444

Offene Mail

Betr.: Kommentar zur Studie "Gesamtwirtschaftliche Effekte einer Ganztagsbetreuung von Kindern von Alleinerziehenden".  IWF März 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie verweisen in der o.g. Studie unter anderem darauf, dass das "Wohlergehen der Kinder zentral im Blick bleiben" muss. Ihre Studie löst diesen Anspruch bewusst nicht ein, ihre selektive Quellenauswahl beweist vielmehr, dass man die frühe Kindheit keinesfalls Ökonomen, Wirtschaftsinstituten, Bildungsforschern und Politikern überlassen darf.

Sie haben die Langzeitergebnisse der mit Abstand aussagekräftigsten wissenschaftlichen Studie zum Thema Betreuung (NICHD) unberücksichtigt gelassen. Dort wurde nachgewiesen, dass Kinder, die ganztags in der Krippe waren, später mehr als zehnmal (!) so häufig aggressives Verhalten im klinischen Risikobereich zeigten wie familiär betreute Kinder. Womöglich noch gravierender sind die neuesten Ergebnisse der Wiener Krippenstudie, die schwere chronische Stressbelastungen für die in Krippen betreuten Kinder nachweist, und die Sie leider ebenso wenig berücksichtigt haben. Die lebenslangen Folgen von „early life stress“ sind eines der wichtigsten Themen der aktuellen neurowissenschaftlich-psychoepidemiologischen Forschung.

Bei ganzheitlicher Betrachtung des Themas erlauben aktuelle wissenschaftliche Daten folgenden Schluss: Frühe Förderung ist sinnvoll, aber sie muss in den ersten drei Jahren im Rahmen der Familie erfolgen. (Studien, die diesen Weg beobachtet haben, z.B. das Brookline-Project, zeigen die gleichen Erfolgsraten wie z.B. das Perry Preschool Project. Auf diese Weise kann man die Bildungsrendite einstreichen, ohne die Kinder unverantwortlichen seelischen Belastungen und lebenslangen Risiken für ihre psychische Gesundheit auszusetzen).

Für eine langfristig gesunde und erfolgreiche Entwicklung von Kindern ist die sozioemotionale Entwicklung mindestens so wichtig wie die kognitive. In den ersten drei Lebensjahren ist es entscheidend, dass die primären Bezugspersonen (meist Mütter und Väter) nicht knappest möglich sondern umfänglich Kraft, Zeit UND Geld für die Versorgungs- und Erziehungsarbeit zur Verfügung haben.

Einer am Wohlergehen von Kindern orientierten und damit vernünftigen Lösung im Wege steht allerdings die kapitalistische Ideologie. Sie hängt der Forderung nach mehr U-3 Betreuung (Krippen) das pseudowissenschaftliche Mäntelchen der Frühförderung um, dabei hat sich das längst als irrig herausgestellt.  Die Wirtschaft hat es in erster Linie auf die Arbeitskraft junger Eltern abgesehen, mit der auf dem Rücken der Kinder das letzte Flackern einer zum Aussterben bestimmten Wachstumsparanoia angefacht werden soll.

Auf Wunsch lasse ich Ihnen gerne die genauen Quellenangaben und  -links zukommen.

Mit Dank für die Kenntnisnahme und freundlichen Grüßen,

Dorothea Böhm

Offene Mail 28.10.2011 an den WDR> WESTPOL > Sendung vom 23. Oktober 2011 > Glaubenskrieg Kinderbetreuung

an die verantwortliche Redakteurin Martina Koch, (sowie CC Jörg Dräger, Bertelsmann, CC Birgit Kelle, frau 2000plus e.V.)

Sehr geehrte Frau Koch,

Sie haben im o.g. Beitrag eine Gegenüberstellung der Modelle gebracht, deren eine Seite Birgit Kelle (selbsterziehende Mutter) und ich als Ärztin (in Vertretung meines Mannes Dr. Rainer Böhm, Neuropädiater, Leiter des SPZ Bielefeld und damit Fachmann für seelische und körperliche Kinderentwicklung), die andere von Delia Braam (berufstätige Mutter) und Jörg Dräger (Vorstandsmitglied Bertelsmann, fachliche Expertisen in Physik und Betriebswirtschaft) vertreten wurden.

Sie zitierten einerseits die NICHD-Studie (USA, Belsky et al.), andererseits eine Veröffentlichung von Bertelsmann,  und zwar als Pro- und Contra in jeweils einem Satz zusammen gefasst.  Ihre ZuschauerInnen mussten den Eindruck gewinnen, dass hier zwei gleichwertige Arbeiten gegenübergestellt wurden.

Das ist, kurz gesagt, Desinformation.

Begründung: Die NICHD-Studie ist in Konzept, Zeitrahmen, Zahlen, Kontrollen und Auswertung eine umfassende wissenschaftliche Studie, während die von ihnen zitierte Veröffentlichung von Bertelsmann unter den eingangs aufgelisteten wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht verwertbar ist und gar nicht als "Studie" bezeichnet werden sollte. Und während es flankierend zu NICHD inzwischen zahlreiche Arbeiten gibt, deren Ergebnisse in eine analoge Richtung gehen, gibt es weltweit keine einzige Langzeitstudie, die wissenschaftlich belegt, dass institutionelle Betreuung von Kindern bis drei Jahre der familiären Erziehung auch nur gleichwertig ist - geschweige denn von Vorteil für die seelische Entwicklung der Kinder wäre.

Sie haben bei meinem Mann und mir den Eindruck erweckt, Ihre Zuschauerschaft sachbezogen informieren zu wollen, damit diese sich eine informierte  Meinung bilden kann. Für diese journalistisch-redliche Haltung  - nur für diese! - haben wir Ihnen im Vorfeld Material geschickt und unsere Mitarbeit angeboten. 

Seriöse redaktionelle Arbeit wäre gewesen zu referieren, dass auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse Gruppentagesbetreuung in den ersten beiden Lebensjahren riskant für die seelische Entwicklung ist, weil sie statistisch signifikant nachteilige lebenslang wirksame Veränderungen in der Stress- und Emotionsregulation verursacht.

Diese Mail werde ich auf meiner Homepage veröffentlichen.

Mit Dank für die Kenntnisnahme und freundlichen Grüßen,

Dorothea Böhm

Offene Mail 2.11.2011 an Redakteur Andreas Kegel, BR - Faszination Wissen - Sendung vom 24. Februar 2011

- Sinn und Unsinn der frühkindlichen Bildung (Cachedaten-Link, Im BR-Archiv nicht auffindbar)

Sehr geehrter Herr Kegel,

im Anschluss an unseren Mailwechsel von Ende 2010 haben Sie im Februar 2011 einen Beitrag über Gruppentagesbetreuung im Kleinkindalter erstellt ("Sinn und Unsinn der frühkindlichen Bildung "). 

Dabei haben Sie die von mir auf Ihre Anfrage Ende 2010 gelisteten Studien großenteils außer Acht gelassen und stattdessen unter anderem Referenzen bemüht, welche die adäquate fachliche Expertise - und damit natürlich auch die wissenschaftliche Verwertbarkeit - vermissen lassen, z.B. die sog. "Bertelsmann-Studie". (Die besagte Veröffentlichung dient der (wirtschaftsorientierten) Einflussnahme, Eltern zur Inanspruchnahme von Krippen zu bewegen).

Leider machte ich im Oktober 2011 abermals die Erfahrung, dass sich Redakteure mit der Bitte um Information aus dem Themenbereich Kleinkindertagesbetreuung und  frühkindliche Bildung an uns bzw. mich wenden, im tatsächlichen Beitrag (für den ich als Interviewpartnerin vor der Kamera auch zur Verfügung stand) dann aber in dubioser Weise mit dem Thema umgingen, indem die o.g. Propanda den echten wissenschafltichen Studien gegenüber gestellt und implizit als gleichwertig präsentiert wurde.

Frühpädagogen verbreiten zwar die Meinung, dass es egal  sei, ob Kleinkinder in der Familie oder in einer Einrichtung lernen, Hauptsache, die Einrichtung sei gut, aber Entwicklungspsychologen und Stressforscher widersprechen dieser Meinung für die ersten Lebensjahre eines Kinds eindeutig, und sie belegen dies auch mit  Studien - im Gegensatz zu den Frühpädagogen, die bisher jeden wissenschaftlichen Beweis der Vorteilhaftigkeit (oder wenigstens Ebenbürtigkeit) von Krippenbetreuung gegenüber Familienerziehung schuldig geblieben sind. 

Auch in den von Ihnen zitierten "benachteiligten Familien" ist es wesentlich sinnvoller und effektiver, die Eltern darin zu unterstützen, dass und wie sie ihre Elternrolle angemessen ausfüllen können, und ihnen genügend Geld und Zeit für die Familienerziehungsarbeit zuzumessen, anstatt dass man ihre Kleinkinder halb oder gar ganztags von ihnen wegorganisiert.

Für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren kann ein gut ausgestatteter Kindergarten eine wertvolle Ergänzung der Familienerziehung sein und ist daher zu befürworten, aber bis zum dritten Lebensjahr sind Kinder in ihren Familien in der Regel viel besser aufgehoben. Nach diesem Stand des Wissens müsste sich natürlich auch die Familienpolitik ausrichten, die momentan das Gegenteil davon tut.

Diese Mail werde ich auf meiner Homepage veröffentlichen.

Mit Dank für die Kenntnisnahme und freundlichen Grüßen,

Dorothea Böhm

Nachruf auf Wolfgang Bergmann

 
   

1. Haftungsbeschränkung

Die Inhalte dieser Website und aller Subseiten von Dr. Dorothea Böhm unter dieser Domain werden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt. Der Anbieter übernimmt jedoch keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Nutzung der Inhalte der Website erfolgt auf eigene Gefahr des Nutzers. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung des jeweiligen Autors und nicht immer die Meinung des Anbieters wieder. Mit der reinen Nutzung der Website des Anbieters kommt keinerlei Vertragsverhältnis zwischen dem Nutzer und dem Anbieter zustande.

2. Externe Links

Diese Website enthält Verknüpfungen zu Websites Dritter ("externe Links"). Diese Websites unterliegen der Haftung der jeweiligen Betreiber. Der Anbieter hat bei der erstmaligen Verknüpfung der externen Links die fremden Inhalte daraufhin überprüft, ob etwaige Rechtsverstöße bestehen. Zu dem Zeitpunkt waren keine Rechtsverstöße ersichtlich. Der Anbieter hat keinerlei Einfluss auf die aktuelle und zukünftige Gestaltung und auf die Inhalte der verknüpften Seiten. Das Setzen von externen Links bedeutet nicht, dass sich der Anbieter die hinter dem Verweis oder Link liegenden Inhalte zu Eigen macht. Eine ständige Kontrolle der externen Links ist für den Anbieter ohne konkrete Hinweise auf Rechtsverstöße nicht zumutbar. Bei Kenntnis von Rechtsverstößen werden jedoch derartige externe Links unverzüglich gelöscht.

3. Urheber- und Leistungsschutzrechte

Die auf dieser Website veröffentlichten Inhalte unterliegen dem deutschen Urheber- und Leistungsschutzrecht. Jede vom deutschen Urheber- und Leistungsschutzrecht nicht zugelassene Verwertung bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Anbieters oder jeweiligen Rechteinhabers. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigung, Bearbeitung, Übersetzung, Einspeicherung, Verarbeitung bzw. Wiedergabe von Inhalten in Datenbanken oder anderen elektronischen Medien und Systemen. Inhalte und Rechte Dritter sind dabei als solche gekennzeichnet. Die unerlaubte Vervielfältigung oder Weitergabe einzelner Inhalte oder kompletter Seiten ist nicht gestattet und strafbar. Lediglich die Herstellung von Kopien und Downloads für den persönlichen, privaten und nicht kommerziellen Gebrauch ist erlaubt. Die Darstellung dieser Website in fremden Frames ist nur mit schriftlicher Erlaubnis zulässig.

4. Datenschutz

Durch den Besuch der Website des Anbieters können Informationen über den Zugriff (Datum, Uhrzeit, betrachtete Seite) gespeichert werden. Diese Daten gehören nicht zu den personenbezogenen Daten, sondern sind anonymisiert. Sie werden ausschließlich zu statistischen Zwecken ausgewertet. Eine Weitergabe an Dritte, zu kommerziellen oder nichtkommerziellen Zwecken, findet nicht statt. Der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass die Datenübertragung im Internet (z.B. bei der Kommunikation per E-Mail) Sicherheitslücken aufweisen und nicht lückenlos vor dem Zugriff durch Dritte geschützt werden kann. Die Verwendung der Kontaktdaten des Impressums zur gewerblichen Werbung ist ausdrücklich nicht erwünscht, es sei denn der Anbieter hatte zuvor seine schriftliche Einwilligung erteilt oder es besteht bereits eine Geschäftsbeziehung. Der Anbieter und alle auf dieser Website genannten Personen widersprechen hiermit jeder kommerziellen Verwendung und Weitergabe ihrer Daten.

5. Besondere Nutzungsbedingungen

Soweit besondere Bedingungen für einzelne Nutzungen dieser Website von den vorgenannten Nummern 1. bis 4. abweichen, wird an entsprechender Stelle ausdrücklich darauf hingewiesen. In diesem Falle gelten im jeweiligen Einzelfall die besonderen Nutzungsbedingungen.

Quelle: www.Juraforum.de – Rechtportal mit Anwaltssuche

(geringfügig abgewandelt)

 

 

 

Impressum: Dr. med. Dorothea Böhm, Am Alten Dreisch 32b, 33605 Bielefeld, dorothea(at)arcor.de

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 6.4.2012