| Dr. med. Dorothea
Boehm
- dorothea.boehm(at)arcor.de Aktuelles: WDR Meine Mail vom 28.10.2011 an die verantwortliche Redakteurin Martina Koch, (sowie CC Jörg Dräger, Bertelsmann, CC Birgit Kelle, frau 2000plus e.V.) |
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| Sehr geehrte Frau Koch, Sie haben im o.g. Beitrag eine Gegenüberstellung der Modelle gebracht, deren eine Seite Birgit Kelle (selbsterziehende Mutter) und ich als Ärztin (in Vertretung meines Mannes Dr. Rainer Böhm, Neuropädiater, Leiter des SPZ Bielefeld und damit Fachmann für seelische und körperliche Kinderentwicklung), die andere von Delia Braam (berufstätige Mutter) und Jörg Dräger (Vorstandsmitglied Bertelsmann, fachliche Expertisen in Physik und Betriebswirtschaft) vertreten wurden. Sie zitierten einerseits die NICHD-Studie (USA, Belsky et al.), andererseits eine Veröffentlichung von Bertelsmann, und zwar als Pro- und Contra in jeweils einem Satz zusammen gefasst. Ihre ZuschauerInnen mussten den Eindruck gewinnen, dass hier zwei gleichwertige Arbeiten gegenübergestellt wurden. Das ist, kurz gesagt, Desinformation. Begründung: Die NICHD-Studie ist in Konzept, Zeitrahmen, Zahlen, Kontrollen und Auswertung eine umfassende wissenschaftliche Studie, während die von ihnen zitierte Veröffentlichung von Bertelsmann unter den eingangs aufgelisteten wissenschaftlichen Gesichtspunkten nicht verwertbar ist und gar nicht als "Studie" bezeichnet werden sollte. Und während es flankierend zu NICHD inzwischen zahlreiche Arbeiten gibt, deren Ergebnisse in eine analoge Richtung gehen, gibt es weltweit keine einzige Langzeitstudie, die wissenschaftlich belegt, dass institutionelle Betreuung von Kindern bis drei Jahre der familiären Erziehung auch nur gleichwertig ist - geschweige denn von Vorteil für die seelische Entwicklung der Kinder wäre. Sie haben bei meinem Mann und mir den Eindruck erweckt, Ihre Zuschauerschaft sachbezogen informieren zu wollen, damit diese sich eine informierte Meinung bilden kann. Für diese journalistisch-redliche Haltung - nur für diese! - haben wir Ihnen im Vorfeld Material geschickt und unsere Mitarbeit angeboten. Seriöse redaktionelle Arbeit wäre gewesen zu referieren, dass auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Ergebnisse Gruppentagesbetreuung in den ersten beiden Lebensjahren riskant für die seelische Entwicklung ist, weil sie statistisch signifikant nachteilige lebenslang wirksame Veränderungen in der Stress- und Emotionsregulation verursacht. Diese Mail werde ich auf meiner Homepage veröffentlichen. Mit Dank für die Kenntnisnahme und freundlichen Grüßen, Dorothea Böhm |
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BR - Faszination Wissen - Sendung vom 24. Februar 2011 - Sinn und Unsinn der frühkindlichen Bildung (Cachedaten-Link, Im BR-Archiv nicht auffindbar) Meine Mail vom 2.11.2011 an den verantwortlichen Redakteur Andreas Kegel |
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| Sehr geehrter Herr Kegel, im Anschluss an unseren Mailwechsel von Ende 2010 haben Sie im Februar 2011 einen Beitrag über Gruppentagesbetreuung im Kleinkindalter erstellt ("Sinn und Unsinn der frühkindlichen Bildung "). Dabei haben Sie die von mir auf Ihre Anfrage Ende 2010 gelisteten Studien großenteils außer Acht gelassen und stattdessen unter anderem Referenzen bemüht, welche die adäquate fachliche Expertise - und damit natürlich auch die wissenschaftliche Verwertbarkeit - vermissen lassen, z.B. die sog. "Bertelsmann-Studie". (Die besagte Veröffentlichung dient der (wirtschaftsorientierten) Einflussnahme, Eltern zur Inanspruchnahme von Krippen zu bewegen). Leider machte ich im Oktober 2011 abermals die Erfahrung, dass sich Redakteure mit der Bitte um Information aus dem Themenbereich Kleinkindertagesbetreuung und frühkindliche Bildung an uns bzw. mich wenden, im tatsächlichen Beitrag (für den ich als Interviewpartnerin vor der Kamera auch zur Verfügung stand) dann aber in dubioser Weise mit dem Thema umgingen, indem die o.g. Propanda den echten wissenschafltichen Studien gegenüber gestellt und implizit als gleichwertig präsentiert wurde. Frühpädagogen verbreiten zwar die Meinung, dass es egal sei, ob Kleinkinder in der Familie oder in einer Einrichtung lernen, Hauptsache, die Einrichtung sei gut, aber Entwicklungspsychologen und Stressforscher widersprechen dieser Meinung für die ersten Lebensjahre eines Kinds eindeutig, und sie belegen dies auch mit Studien - im Gegensatz zu den Frühpädagogen, die bisher jeden wissenschaftlichen Beweis der Vorteilhaftigkeit (oder wenigstens Ebenbürtigkeit) von Krippenbetreuung gegenüber Familienerziehung schuldig geblieben sind. Auch in den von Ihnen zitierten "benachteiligten Familien" ist es wesentlich sinnvoller und effektiver, die Eltern darin zu unterstützen, dass und wie sie ihre Elternrolle angemessen ausfüllen können, und ihnen genügend Geld und Zeit für die Familienerziehungsarbeit zuzumessen, anstatt dass man ihre Kleinkinder halb oder gar ganztags von ihnen wegorganisiert. Für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren kann ein gut ausgestatteter Kindergarten eine wertvolle Ergänzung der Familienerziehung sein und ist daher zu befürworten, aber bis zum dritten Lebensjahr sind Kinder in ihren Familien in der Regel viel besser aufgehoben. Nach diesem Stand des Wissens müsste sich natürlich auch die Familienpolitik ausrichten, die momentan das Gegenteil davon tut. Eine wissenschaftsorientierte und evidenzbasierte Zusammenfassung der aktuellen Forschung finden Sie hier: http://www.fachportal-bildung-und-seelische-gesundheit.de/boehm-artikel-krippen-gesundheit.html Diese Mail werde ich auf meiner Homepage veröffentlichen. Mit Dank für die Kenntnisnahme und freundlichen Grüßen, Dorothea Böhm |
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| Zukunftsprojekt: anulika |
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Impressum: Dr. med. Dorothea Böhm, Am Alten Dreisch 32b, 33605 Bielefeld
Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 2.11.2011