Nachruf auf Wolfgang Bergmann

 

Der Pädagoge und Familientherapeut Wolfgang Bergmann hat sich mit ganzer Kraft und Herzblut für Kinder und ihre Eltern eingesetzt. Er widersprach der Unterordnung schon der Jüngsten unter einen unheilig wirtschaftsfokussierten Zeitgeist und setzte sich in Büchern, Fachartikeln und Interviews für die Erfüllung kindlicher Sehnsucht und Bedürfnisse nach emotionaler Wärme, Vertrauen und Geborgenheit ein.

Er wertschätzte die Familienerziehungarbeit von Eltern, beklagte deren Unterbewertung seitens der Gesellschaft, kritisierte das Konzept "Gender mainstreaming" in Bezug auf die Elternfunktionen, sah Mütter und Väter in verschiedenen und eigenständigen Positionen ihrem Kind gegenüber, und sprach sich gegen Krippenbetreuung aus, die er für entwicklungs- und bindungsgefährdend hielt.

Bergmann achtete Mutterliebe als Grundprinzip des Menschlichen und fand den Mut, das Familiennetzwerk, eine 2005 gegründete Initiative von Familie e.V., gegen die Missachtung und Verleumdung seitens einiger Medien zu verteidigen und durch konkrete Aktivitäten, z.B. in Form von Vorträgen auf deren Veranstaltungen, zu unterstützen.

Die Krebserkrankung ließ ihn noch deutlicher und engagierter werden. Offen sprach er in einem Interview über das Sterben. In der letzten Lebensphase plante er die Einrichtung einer Stiftung zur Weiterführung seiner Arbeit. Weil er selbst nicht genug Geld für die Gründung besaß, rief er die Stiftungsinitiative "Für Kinder" ins Leben, die von der Kinderärztin Maria Steuer geführt wird.

Zuletzt war Wolfgang Bergmann von Schmerzen gepeinigt und von der schweren Erkrankung gezeichnet. Selbst dies konnte ihn nicht von seiner Arbeit abhalten, er gab im März ein als Video im Internet veröffentlichtes Interview und verfasste, weil er schon nicht mehr selbst tippen konnte, per Diktat ein Vorwort zum jüngst erschienenen Buch "Kinder brauchen Mütter" von Hanne K. Götze.

Maria Steuer hat ihm in den schlimmsten Monaten bis zum Tod durch regelmäßige Besuche beigestanden.

Wolfgang Bergmann starb am 18.5.2011 im Alter von 62 Jahren in einem Hospiz seiner Heimatstadt Hannover.

 

Spendenkonto: Stiftungsinitiative 'Für Kinder' - SK Stade Altes Land, Konto 1210 0138 17, BLZ 241 510 05

 

 

 

Links und Verweise:

Familiennetzwerk - www.familie-ist-zukunft.de

Stiftung "Für Kinder" - www.fuerkinder.org