Offene Mail an die Mitglieder des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,
versendet am Dienstag, 25.4.2017 um 13:59 Uhr



Dr. med. Dorothea Böhm

Am Alten Dreisch 32 b
33605 Bielefeld


Betr. 90. Sitzung des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, am Mittwoch, dem 26. April 2017


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte hiermit anregen, den TOP 1 der o.g. morgigen Sitzung ("
Entwurf eines Gesetzes zum weiteren quantitativen und qualitativen Ausbau der Kindertagesbetreuung") unter Einbeziehung wissenschaftlicher Fakten zu diskutieren.

(Gesamte Tagesordnung hier: https://www.bundestag.de/blob/503796/4cdd2015194d89f2d5cc1f338abe36f5/a13-90-to-data.pdf)
(Gesetzentwurf hier: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/18/114/1811408.pdf)


Von den themenrelevanten Wissenschaftsstudien möchte ich hier nur zwei hervorheben: Sowohl durch die sog. NICHD-Studie (s.u.) als auch durch die sog. Quebec-Studie von Baker, Gruber und Milligan (s.u.) wurde gezeigt, dass je früher und länger U3-Kinder in Gruppenbetreuung sind, desto mehr individuelle und gesamtgesellschaftliche Negativeffekte (Lern- und Verhaltensproblem, psychische und körperliche Erkrankungen) treten auf. In der Quebec-Studie wurden sogar - meines Wissens erstmals - steuerlich-ökonomische Nachteile hochsubventionierter Frühkindbetreuung sichtbar.

Im Hinblick auf eine echt kinder- und familienfreundliche Ausrichtung der Politik ist auch ein offener Brief Ihrer Kollegin Lena Kürscher, Grüne Kreis Göttingen, weiterhin aktuell und sei Ihnen hiermit herzlich empfohlen:

Link http://www.gemeindezeitung.de/cms/core/index.php/kolumnen-a-kommentare-gz-themen-24/1354-gz-20-2013/2577-lena-khner-offener-brief-zurgr-familienpolitik

Ich bitte Sie, Ihr Wissen über Wert und Risiken früher Gruppenbetreuung vor der diesbezüglichen Abstimmung ggf. auf den aktuellen Stand zu bringen und sich morgen gegen Ausbau und einseitige Subventionierung der U3-Tagesbetreuung auszusprechen.

Die bessere Alternative besteht in der Finanzgerechtigkeit für Eltern in Form finanzieller Gleichstellung mit Kinderlosen. Dies wäre z.B. durch ein angemessenes monatliches Kindergrundeinkommen (anstatt der Betreuungsubventionierung) zu erreichen.

Mit Dank und freundlichen Grüßen,

Dorothea Böhm




Quellen:

Weitere Links:


(Anmerkung: Für das Posting wurden zwei Tippfehler korrigiert)

 
 






Dr. Dorothea Böhm, Am Alten Dreisch 32b, 33605 Bielefeld

Letzte Bearbeitung: 25.4.2017